Was unterscheidet Lerntherapie von Nachhilfe?
Lerntherapie setzt tiefer an als klassische Nachhilfe. Während Nachhilfe in erster Linie den aktuellen Schulstoff wiederholt und Wissenslücken schließt, beschäftigt sich Lerntherapie mit den Ursachen von Lernschwierigkeiten. Neben fachlichen Inhalten werden auch Lernstrategien, Arbeitsverhalten, Motivation, Selbstwert und emotionale Faktoren berücksichtigt. Ziel ist es, dem Kind langfristig tragfähige Lernkompetenzen zu vermitteln – nicht nur kurzfristig bessere Noten.
Wie kann ich mein Kind während der Lerntherapie unterstützen?
Eine wertschätzende und geduldige Haltung ist die wichtigste Unterstützung. Zeigen Sie Interesse am Lernprozess Ihres Kindes, ohne zusätzlichen Leistungsdruck aufzubauen. Hilfreich sind feste Strukturen im Alltag, regelmäßige Rückmeldungen im Elterngespräch sowie ein enger Austausch zwischen Elternhaus, Lerntherapie und – wenn gewünscht – Schule. Gemeinsam schaffen wir so einen stabilen Rahmen für Entwicklung und Erfolg.
Wie macht sich eine Dyskalkulie bemerkbar?
Eine Dyskalkulie (Rechenstörung) zeigt sich häufig durch anhaltende Schwierigkeiten im Umgang mit Zahlen und Mengen. Typische Anzeichen können sein:
- Probleme beim Erfassen von Mengen und Zahlvorstellungen
- Schwierigkeiten bei Grundrechenarten trotz Übung
- langsames Rechnen oder häufiges Zählen mit den Fingern
- große Unsicherheit und Vermeidung von Mathematik
- starke Frustration oder Angst im Matheunterricht
Die Ausprägung kann individuell sehr unterschiedlich sein.
Wie macht sich eine LRS bemerkbar?
Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) äußert sich durch anhaltende Schwierigkeiten beim Lesen und/oder Schreiben. Mögliche Hinweise sind:
- langsames, stockendes Lesen oder Probleme beim Textverständnis
- viele Rechtschreibfehler, auch bei häufig geübten Wörtern
- Schwierigkeiten beim Abschreiben oder beim Schreiben nach Gehör
- schnelle Ermüdung bei schriftlichen Aufgaben
- sinkendes Selbstvertrauen im schulischen Kontext
Auch hier gilt: Jedes Kind zeigt ein eigenes individuelles Muster
Muss eine Diagnose erfolgt sein?
Nein, eine offizielle Diagnose ist keine Voraussetzung, um mit einer Lerntherapie zu beginnen. Häufig zeigt sich bereits im Alltag oder in der Schule, dass ein Kind Unterstützung benötigt. Im Rahmen der Schnupperstunden und der lerntherapeutischen Einschätzung kann gemeinsam geklärt werden, ob eine Lerntherapie sinnvoll ist und ob ggf. weitere diagnostische Schritte empfohlen werden.
Was ist, wenn die Lerntherapie keine Erfolge zeigt?
Lerntherapie ist ein individueller Prozess, der Zeit braucht. Fortschritte zeigen sich nicht immer sofort in Noten, sondern oft zunächst in mehr Sicherheit, Motivation oder einem veränderten Lernverhalten. Sollten die gewünschten Erfolge ausbleiben, werden die Förderziele und Methoden gemeinsam reflektiert und angepasst. In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, zusätzliche Fachstellen einzubeziehen. Transparenz und regelmäßiger Austausch stehen dabei immer im Vordergrund.
Sie haben weitere Fragen? Dann kontaktieren Sie mich gern.
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